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Beginn des Lebens?! Teil 1

Es ist schon seltsam, wie schnell die Zeit so manches Mal vergeht.
Wie schnell sich alles drehen und wenden kann.
Wie schnell Dinge passieren können, die man nie erwartet hätte.

Als die Sommerferien begannen, Schnuffi bei mir ankam, kroch schon langsam die Unruhe in mir hoch.  Immer wieder  dachte ich daran, dass es noch wenige Wochen bis zu dem Zeitpunkt waren, den ich einerseits nie erreichen wollte. Andererseits war ich mit meinem derzeitigem Leben so unzufrieden, dass ich ein wenig Hoffnung hegte, es schon irgendwie überstehen zu können. Mein Verstand wollte nur einfach nicht daran glauben.

So war diese Zeit zum einen wunderschön - wie immer wenn er bei mir ist.
Zum Anderen ein Hürdenlauf durch tausende von zweifelhaften und ängstlichen Gedanken.

Der letzte Tag kam viel zu schnell. Viel zu unerwartet.
Morgens weinte ich viel und immer wieder.
Schnuffi musste nach Hause fahren.
Ich wollte nicht glauben, dass die schöne Zeit, in der ich mich so lebendig, so stark an seiner Seite fühlte, einfach so vorüber war.
Was hätte ich in diesen Momenten alles getan, um die Zeit anzuhalten?!

Es war mir während den letzten vorigen Malen, wo er bei mir gewesen war, ohnehin schon schwergefallen, ihn gehen zu lassen.
Und jetzt? Ich brauchte ihn so sehr, wie noch nie in meinem Leben.
Und er musste gehen.

Als es wirklich auf den Abschied zuging, wir ins Auto stiegen und uns auf den Weg zum Bahnhof machten, schaltetete mein Bewusstsein einfach aus. Es war, als würde ich irgendeine unbedeutende Rolle in einem Film spielen. Bemerkte nicht, was ich tat, konnte nicht spüren, was ich fühlte.
Für einen kleinen Moment kehrten meine Gefühle, mein Bewusstsein, wieder zurück - als ich wusste, dass er mich das vorerst letzte Mal küssen würde. Es tat weh.

Er stieg in den Zug ein und ich fühlte mich wieder wie eine Marionette - ohne jegliches Innenleben.
Die Fahrt über nach Hause sah ich aus dem Fenster, ohne wirklich etwas zu sehen.
Und genauso betrat ich auch die Wohnung und ging in mein Zimmer.

In meinem Blickfeld lag dieses vom letzten Kuscheln zerwühlte Bett.
Und meine Gefühle kehrten schlagartig zurück.
Vielleicht bildetete ich es mir ein, vielleicht auch nicht.
Jedenfalls spürte ich noch seine Wärme, nahm seinen Geruch wahr.
Nahm den Teddy - ein Weihnachtsgeschenk von ihm -, den er noch zuvor mit seinem Parfum bestäubt hatte,
und ließ meinen Tränen freien Lauf.

Ich fühlte mich so ungeschützt, in Gefahr gedrängt, abgeschoben in eine fremde Welt. Alleingelassen.

Mein Bewusstsein kämpfte immer wieder gegen völlige Apathie - obwohl diese leichter auszustehen war, als wenn ich wieder alle Gefühle wahrnahm und wusste, was auf mich zukommen würde.

Die Phasen zwischen völliger Verzweiflung und Schmerz und seelischer Ohnmacht wechselten sich ab.

Je später es wurde, desto schlechter hatte ich mich unter Kontrolle.

Es war eigentlich längst Zeit zu schlafen. Ich telefonierte mit Schnuffi. Mama bat mich, das Telefonat bald zu beenden. Morgen würde mir ein anstrengender Tag bevorstehen.

Seine Stimme zu hören, so weit weg ... tat weh.
An Morgen zu denken, der viel zu dicht vor mir lag ... tat weh.

Es dauerte nicht lang, bis ich mich am Telefon immer weiter in Verzweiflung redete, immer unkontrollierter weinte und einfach meine Gedanken ausstieß, während Schnuffi versuchte, mich zu beruhigen.

Irgendwann bat ich ihn auch, das Telefonat zu beenden. Ich wollte nicht allein sein, nicht jetzt. Aber andererseits konnte ich die Situation, ihn nicht bei mir zu haben und ihn trotzdem zu hören, ohne ihn dabei berühren zu dürfen, nicht aushalten.

In völliger Stille wuchs die Panik und ich bekam mich immer weniger beruhigt. Ich wurde wütend auf mich, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu weinen, nicht aufhören konnte, es noch schlimmer zu machen. Ich wollte es einfach so hinnehmen. Konnte aber nicht.
Die Stunden und Minuten zählend verzweifelte ich nur noch mehr, drehte den Wecker herum, hielt es nicht mehr im Zimmer aus, lief auf und ab, durch die Wohnung, hoffte dass niemand aufwachen, betete, dass einer mich bemerken würde.
Paradoxe Gedanken, unlogische Ängste, übertriebene Gefühle und schwache Vernunft durchfluteten meinen Körper und irgendwann glaubte ich, es selbst nicht mehr in mir aushalten zu können.

Mechanisch weckte ich meine Mutter, die sich mit mir ins Esszimmer setzte und beruhigend auf mich einredete. Als ich im Bett lag, neben ihr, wusste ich nicht mehr, was ich fühlen oder denken sollte. Spürte meine brennenden Augen, meinen pochenden Kopf, zitterte vor Erschöpfung, konnte aber nicht entspannen. Sobald ich den müden Augen nachgab und sie schloss, drehte es sich in meinem Kopf und mein Magen zog sich zusammen. Immer wieder wartete ich dann, bis ich es nicht mehr aushielt, öffnete meine Augen wieder für einen Moment und schloss sie dann.
Bis ich einschlief...

 

12.8.07 18:45


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